Schutz der Bevölkerung ist höchstes Gut

Alte Eiche in Warfleth muss gefällt werden – Starker Schädlingsbefall

„Es ist Gefahr im Verzug, weshalb wir leider einen Antrag auf Beseitigung eines Naturdenkmals im Straßenseitenraum der Kreisstraße 217 stellen mussten“, berichtet Claus Köhne, zuständig für den Fachdienst Liegenschaften beim Landkreis Wesermarsch. Die „Gefahr im Verzug“ geht von der „Kaiser Friedrich III Eiche“ aus, die im Berner Ortsteil Warfleth auf der Deichbinnenberme des Weserdeiches zwischen Straßenfahrbahn und dem straßenbegleitenden Radweg steht.

„Wir wissen, dass es sich hier um einen Baum mit langer Geschichte handelt, der für viele Menschen im Ort von besonderer Bedeutung ist“, bedauert Köhne die Notwendigkeit des Antrags. Deshalb habe er sich auch persönlich ein intensives Bild von der Situation vor Ort gemacht und detailliert geprüft, ob es nicht doch eine Option auf einen Baumerhalt gäbe. „Diese Option gibt es aber leider nicht“, resümiert Köhne, so dass eine umgehende Fällung der Eiche aufgrund der Wahrung der Verkehrssicherheit unausweichlich ist.

Auch das vorliegende Gutachten des Ingenieur/Sachverständigenbüros Braukmann aus Rastede-Loy lässt keinen anderen Schluss zu. Die Sachverständigen urteilen, dass die Eiche aus dem Jahr 1893 „nicht mehr stand- und bruchsicher und daher zu entfernen ist“.

Aufgefallen ist die starke Schädigung des Baumes im Zuge der jährlichen Baumkontrollen, die die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) an Verkehrswegen wie Bundes-, Landes- und Kreisstraßen regelmäßig vornimmt.

 „Auf Veranlassung der NLStBV, der auf vertraglicher Basis die technische Verwaltung der Kreisstraßen im Landkreis Wesermarsch und somit auch die Verkehrssicherungspflicht übertragen wurde, ist aufgrund der augenscheinlichen Verschlechterung des Zustandes der Eiche ein Sachverständigenbüro mit der weitreichenden Begutachtung des Baumes beauftragt worden“, erläutert Thilo Früchtnicht, Fachdienstleiter Liegenschaften beim Landkreis Wesermarsch, wie es zu dem unabhängigen Gutachten kam. Konkret stellten die Sachverständigen dabei fest, dass „insbesondere im unteren Bereich des Stammes Schädigungen durch Pilzbefall und Zersetzung vorliegen, so dass nur noch eine sehr geringe Restwandstärke vorhanden ist, die die Standfestigkeit des Baumes erheblich herabsetzt und eine reale Gefahr besteht, dass der Baum bei Starkwind und Stürmen umstürzen könnte“. Dieses Risiko wiegt angesichts der gegenwärtigen stürmischen Jahreszeit und der hohen Verkehrsfrequenz auf Straße und Radweg umso schwerer. „Mögliche Sicherungsmaßnahmen zum Erhalt des Baumes – wie beispielsweise ein Entlastungsschnitt im Kronenbereich – sind im Falle dieses Baumes nicht mehr möglich, da vorrangig der Stammfußbereich von der Zersetzung betroffen und somit insbesondere die Standfestigkeit des gesamten Baumes nicht mehr gegeben ist“, gibt Früchtnicht das Sachverständigenurteil wieder.

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wesermarsch teilt in ihrer Bewertung ebenfalls die Ergebnisse des Gutachtens und sprach nach Prüfung des Sachverhalts eine Ausnahmegenehmigung zum Fällen des Baumes aus. Die Behörde geht in ihrer Begründung ins Detail: „Die Messungen ergaben am Stammfuß noch bis zu 2cm intaktes Holz, der Rest ist von Weißfäule zersetzt.“ Durch den Holzabbau werde die Stand- als auch die Bruchsicherheit des befallenen Baumes erheblich beeinträchtigt. Die Konsequenz: „Von der Eiche geht eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus“, lässt Hans-Dieter Griepenstroh, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, keinen Zweifel an der Notwendigkeit dieser Maßnahme und ergänzt: „Aufgrund des gutachterlich festgestellten Zustandes des Baumes besteht die naheliegende hohe und konkrete Gefahr, dass dieser Baum jederzeit umstürzen kann. Diese Ausnahmegenehmigung ist daher erforderlich, um die hohen Rechtsgüter der Allgemeinheit zu schützen, die aus diesem Grund einen höheren Schutz genießen als der weitere Bestand der mit einem Schädling befallenen Eiche.“

 


Fotos: Landkreis Wesermarsch

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