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Frauen in der Politik


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Bei einer Befragung des GESIS-Institutes zeigte sich, dass im Jahr 2014 über ein Viertel (25,7%) der befragten Frauen überhaupt kein oder wenig Interesse an Politik hatten, während dies auf nur 16,4 % der Männer zutraf., Starkes oder sehr starkes Interesse zeigten hingegen 48,9 % der Männer, aber lediglich 27,1 % der Frauen.

Dies sind schlechte Voraussetzungen für die Erhöhung des Frauenanteils in politischen Positionen. Bloßes Desinteresse reicht jedoch als Erklärung für die konsequente Unterrepräsentation von Frauen in (institutionalisierter) Politik nicht aus.


Im Grunde lässt sich die Situation mit geschlechtsspezifischen Sozialisationspraktiken und damit verbundenen stereotypen Rollen- und Verhaltensmuster erklären, die nach wie vor in der modernen Gesellschaft vorherrschen. Politik ist ein System, das von Männern entwickelt und erst später auch für Frauen geöffnet wurde. Nach wie vor dominieren Männer das politische Geschehen, was sich in den Abläufen und Kommunikationsstrukturen niederschlägt. Frauen werden i. d. R. anders sozialisiert und sind von Konkurrenzdenken, verbalen Schlagabtäuschen und der (je nach Position) nötigen Selbstinszenierung eher abgeschreckt. Ein aktives politisches Engagement, z. B. in einer Partei, ist dementsprechend häufig wenig attraktiv.

Hinzu kommt, dass sich eine politische Karriere normalerweise schrittweise von einer nebenberuflichen Freizeitaktivität zur Haupttätigkeit entwickelt. Insbesondere für die Anfänge, die Aufbau- und Übergangsphase muss viel (Frei-)Zeit investiert werden. (Frei-)Zeit, die besonders Frauen mit Kindern in deutlich geringerem Maß zur Verfügung haben als Männer (mit Kindern). Traditionelle Rollenverteilungen, nach denen Frauen sich hauptsächlich um Haushalt und Kinder kümmern, dominieren nach wie vor unsere familiären Strukturen.

Haben interessierte Frauen trotz aller Hürden den Weg in die institutionalisierte Politik gefunden und befinden sich im oben beschriebenen System, kommt ihnen nicht selten eine Außenseiterrolle zu. Die Einbindung in von Männern dominierte, informelle Kommunikations- und Machtstrukturen gestaltet sich oft schwieriger als bei männlichen Kollegen, was letztlich eine Behinderung im Fortschritt der politischen Karriere nach sich zieht.


 
Die im Frauenbüro gesammelten Daten zeigen folgende Entwicklung der Mandatsträgerinnen im Kreistag des Landkreises Wesermarsch: Ausgehend von der Situation im Jahr 1989 hat sich die Anzahl der Mandatsträgerinnen im Jahr 2016 verdreifacht, allerdings im Vergleich zu den Werten von 2006/2009 auch halbiert. 

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In den Räten der Städte und Gemeinden hat der durchschnittliche Frauenanteil auf 25,02 % zugenommen. Zudem haben aktuell drei von neun Kommunen eine Bürgermeisterin.


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Folgende Zahlen wurden von 1989 bis 2016 vom Gleichstellungsbüro gesammelt: 

Monat/Jahr  Berne   Brake Butjadingen Elsfleth Jade Lemwerder Nordenham Ovelgönne Stadland Kreistag
Sep 89 5,26% 12,12% 5,26% 13,04% - 10,53% 10,81% 17,65% 14,29% 4,65%
Nov 91 10,53% 21,21% - 17,39% 6,67% 19,05% 13,51% 17,65% 14,29% 11,63%
Apr 96 5,26% 15,15% 5,88% 17,39% 6,67% 19,05% 13,51% - 14,29% 11,63%
Sep 06 23,81% 21,21% 10,53% 21,74% 11,76% 19,05% 21,62% 29,41% 19,05% 25,58%
Nov 09 30,00% 21,21% 15,79% 26,09% 11,11% 19,05% 21,62% 17,65% 19,05% 25,58%
Sep 11 31,58% 21,21% 21,05% 39,13% 17,65% 19,05% 18,92% 17,65% 19,05% 20,93%
Mai 12 31,60% 21,20% 21,00% 39,10% 17,60% 19,10% 18,90% 17,60% 23,80% 18,60%
Aug 14 31,58% 21,21% 15,79% 34,78% 11,76% 23,81% 21,62% 17,65% 19,05% 18,60%
Mai 15 31,60% 21,90% 21,05% 34,78% 11,76% 23,80% 21,60% 17,65% 23,80% 13,95%
Nov 16 31,59% 22,58% 26,32% 34,78% 23,29% 29,41% 21,62% 11,76% 23,81% 13,95%

 

Der Frauenanteil im Rat der Gemeinde Ovelgönne hat zwischen 2006 und 2016 dramatisch abgenommen. In einem Beitrag des NDR kommen die Ratsmitglieder zu Wort: "Politik bleibt Männersache".


Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Einführung des Frauenwahlrechts hat das Referat für Gleichstellungsfragen ein >> Barometer zum Thema veröffentlicht.


 


 

 

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