Update: Informationsveranstaltung zur Standortsuche eines atomaren Endlagers => abgesagt!

Angesichts der aktuellen Gesamtentwicklung in der Corona-Pandemie und steigenden Infektionszahlen der Wesermarsch hat sich der Landkreis dazu entschieden, die angekündigte Informationsveranstaltung zur Endlagersuche abzusagen und auf das nächste Jahr zu verschieben.

Vorgesehen war, am 8. Dezember 2021 um 18:30 Uhr die Ergebnisse einer Plausibilitätsbewertung für den Salzstock Seefeld in der Stadthalle Friedeburg in Nordenham vorzustellen.

Der Salzstock wurde von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als Teilgebiet mit günstigen geologischen Voraussetzungen für ein atomares Endlager identifiziert. Gleichzeitig sollte den Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit gegeben werden, Fragen zum Suchprozess und zur Beteiligungsmöglichkeit zu stellen. Hierfür hatte der Landkreis entsprechende Referenten eingeladen.

„Leider hat sich die Corona-Lage so entwickelt, dass wir die Veranstaltung zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger, der Referent*innen und Mitarbeiter*innen absagen müssen“, bedauert Landrat Stephan Siefken – es hatte bereits rund 70 Anmeldungen gegeben. „Sobald es die Lage zulässt, werden wir die Informationsveranstaltung im kommenden Jahr nachholen“, so Siefken weiter.

Da es sich um ein Sucherverfahren handelt, das in mehreren Schritten und über einen rund zehnjährigen Zeitraum durchgeführt wird, hat die Aufschiebung der Veranstaltung keine negativen Folgen. Auch weiterhin soll der Prozess offen geführt und umfangreich darüber informiert werden. Der Landkreis wird auch weiterhin auf seiner Homepage über den aktuellen Verfahrensstand im bundesweiten Suchprozess berichten.

So haben Vertreter*innen der Zivilgesellschaft gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) ein neues Beteiligungskonzept bis zum Start der Regionalkonferenzen auf den Weg gebracht. Ziel des Beteiligungskonzeptes ist es, bei den anstehenden Arbeitsschritten der BGE im Endlagersuchverfahren für Nachvollziehbarkeit und Transparenz zu sorgen. Das Konzept beschreitet insbesondere in seiner kooperativen Arbeitsweise neue Wege in der Beteiligung. Angestrebt wird ein kritischer Austausch, bei dem die Beteiligten, sowohl aus der Zivilgesellschaft als auch aus den Institutionen, aus der Unterschiedlichkeit der Rollen und Perspektiven heraus nach gemeinsam tragfähigen Lösungen für den Arbeitsfortschritt im Standortauswahlverfahren suchen. Getragen wird dieses Konzept durch zwei Säulen: Als erste Säule wird es ein öffentliches Fachforum geben, das etwa ein bis zweimal pro Jahr tagen und über die Arbeitsfortschritte der BGE beraten wird. Die zweite Säule stellt eine Beratungs- und Planungsgruppe dar, die die Arbeit der BGE engmaschig und kontinuierlich begleiten und das Fachforum vorbereiten wird. Beide Beteiligungsinstrumente sollen sich ergänzen und eine umfassende Begleitung des Arbeitsfortschritts der BGE sowie eine transparente Kommunikation in die Öffentlichkeit ermöglichen. Die Mitglieder der Beratungs- und Planungsgruppe wurden bereits in einer Auftaktveranstaltung gewählt, die am 13.11.2021 in Berlin stattfand (vgl. https://www.endlagersuche-infoplattform.de).

Der Landkreis beteiligt sich am bisherigen und zukünftigen Prozess, u.a. mit der Einbringung eines Fachgutachtens zu einem Teilgebiet im Kreisgebiet, welches auf der Veranstaltung hätte vorgestellt werden sollen. Diese Vorstellung wird nur zeitlich verschoben.


Pressemitteilung vom 22.11.2021

Endlagersuchverfahren des Bundes auch in der Wesermarsch - Informationsveranstaltung des Landkreises am 8. Dezember.


Mit der Veröffentlichung des Zwischenberichtes Teilgebiete wurden von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) erstmalig Gebiete in ganz Deutschland benannt, die aus BGE-Sicht günstige geologische Voraussetzungen für ein atomares Endlager erwarten lassen.

 

Auch im Landkreis Wesermarsch befinden sich entsprechende Gebiete. Hierbei handelt es sich um einen Salzstock im Bereich Seefeld sowie ein großräumiges Gebiet tertiären Tongesteins, das sich über weite Teile Norddeutschlands erstreckt. Um die Kriterien für die Ausweisung des Salzstocks Seefeld überprüfen zu lassen, hat der Landkreis Wesermarsch ein Gutachten erstellen lassen, das der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Ob diese Gebiete im weiteren Verfahren bestehen bleiben oder ausgeschlossen werden, ist noch völlig offen, da es sich bei der geologischen Eignung um das erste von mehreren Prüfkriterien handelt. Aktuell befindet sich das Verfahren ganz am Anfang. So sind rund 80% der Fläche Niedersachsens dem Zwischenbericht nach Potenzialflächen. Der Landkreis begleitet das Verfahren von Anfang an, hat bereits Möglichkeiten zur Eingabe von Stellungnahmen genutzt und wird es bei Erfordernis auch weiter tun.

Um den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises die Möglichkeit zu bieten, sich über die wesentlichen Schritte und Erkenntnisse im Standortsuchverfahren zu informieren, lädt der Landkreis Wesermarsch zu einer Informationsveranstaltung

am 8. Dezember 2021 um 18.30 Uhr 
in die Stadthalle Friedeburg in Nordenham

mit dem Titel „Bundesweites Suchverfahren des Bundesamtes für Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) für ein atomares Endlager - Erste Erkenntnisse für die Wesermarsch im Bereich der Prüfung der geologischen Voraussetzungen“ ein.

Einlass ist ab 17:30 Uhr. Hieran werden teilnehmen: Steffen Kanitz von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Dr. Thomas Pick und Timo Quander vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Bettina Franke vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie sowie Dr. Saleem Chaudry vom Öko-Institut e.V. Darmstadt.

Nähere Informationen sowie das für den Landkreis erstellte Gutachten und ein Sachstandsbericht über die Aktivitäten des Landkreises im Standortsuchverfahren stehen über nachfolgend aufgeführte Downloads zur Verfügung. 

Ansprechpartnerin:

Iris von Wedel
Landkreis Wesermarsch
Referat 61 - Planung
Poggenburger Straße 7 (Außenstelle Kreishaus)
26919 Brake (Unterweser)

Telefon 04401 927 298
regionalplanung@lkbra.de

Die Veranstaltung wird als 2G-Präsenzveranstaltung durchgeführt, d.h. Voraussetzung für die Teilnahme ist der Nachweis eines vollständigen Impfschutzes bzw. der Nachweis einer Genesung. Ein entsprechender Nachweis ist vor Einlass vorzuzeigen. Außerdem gelten die Bestimmungen der zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültigen Niedersächsischen Corona-Verordnung.


Anmeldungen werden bis spätestens 03.12.2021
unter regionalplanung@lkbra.de erbeten.


 

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>> Beratungs- und Interventionsstelle [BISS]