Weltweiter Aktionstag gegen Gewalt an Frauen - auch Wesermarsch dabei!

Viele Bäckereien nehmen teil - die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises ist erfreut über den tollen Zuspruch.

Unter dem Titel „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ findet zum diesjährigen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November zum fünften Mal die Brötchentütenaktion im Landkreis Wesermarsch statt.

Mitgetragen wird diese von der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, der Kreishandwerkerschaft sowie den Präventionsräten der Städte und Gemeinden im Landkreis Wesermarsch. Organisiert wird die Aktion auch in diesem Jahr vom Gleichstellungsreferat des Landkreises Wesermarsch. Wer am 25. November bei einer der teilnehmenden Bäckereien einkauft, erhält eine ganz besondere Brötchentüte. Nahezu alle Bäckereien des Landkreises beteiligen sich an der Aktion und nahmen dafür auch den organisatorischen Mehraufwand in Kauf. „Im Namen der Organisator*innen bedanken wir uns ganz herzlich bei den Bäckereien im Landkreis für ihren Einsatz und ihr Engagement“, ist Maren Ozanna, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Wesermarsch, erfreut über den großen Zuspruch. Finanziert wird die Aktion durch den Landkreis Wesermarsch. Erstmalig fand die Brötchentütenaktion auf Initiative des Präventionsrates Nordenham und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Nordenham im Jahr 2015 statt. Umgesetzt wurde sie mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten. „Unser Ziel ist es, gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen“, betont Ozanna stellvertretend für alle Organisator*innen.

Geschichtlicher Hintergrund des Aktionstages

Jährlich findet am 25. November der internationale Aktionstag gegen Gewalt an Frauen statt. Dieser basiert auf der Ermordung der drei Mirabal Schwestern aus der Dominikanischen Republik am 25.11.1960. Die Schwestern kämpften für politische Freiheit im Land. Deswegen wurden sie des Öfteren inhaftiert oder verhört. Mit Hilfe der Kirche kam es immer wieder zu einer Freilassung bis sie zu Widerstandskämpferinnen im Untergrund wurden. 1981 fand erstmalig ein lateinamerikanisches feministisches Treffen in Kolumbien statt. In Gedenken an die drei couragierten Schwestern wurde dort ihr Todestag zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen ausgerufen. Des Weiteren verabschiedete im Jahr 1999 die Generalversammlung der Vereinten Nationen einen Beschluss, der den 25.November zum „International Day to Eliminate Violence Against Women“ ernannte. Diese Antragsstellung kam aus der Dominikanischen Republik. Diverse Menschenrechtsorganisationen richten inzwischen rund um den 25. November Veranstaltungen aus, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen fokussiert wird. Dadurch sollen weltweit Frauenrechte forciert werden.

Auf Bundesebene findet jährlich am 25. November die wiederkehrende Fahnenaktion „Frei leben – ohne Gewalt” der Menschenrechtsorganisation für Frauen und Mädchen – TERRE DES FEMMES statt. Daran wird sich der Landkreis Wesermarsch auch dieses Jahr beteiligen und am 25. November Flagge zeigen – wie viele weitere Städte und Gemeinden auch.

„Gewalt gegen Frauen tritt in unterschiedlichsten Facetten auf und wird unter anderem zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit sowie im Internet ausgeübt“, so Ozanna. Aus einer Studie der Uni Erlangen geht hervor, dass im Jahr 2020 mindestens 139 Frauen durch Gewalt durch den Partner oder Ex-Partner gestorben sind – somit findet mindestens jeden dritten Tag ein Femizid statt, der mit geschlechtsspezifischer Macht einhergeht. Darüber hinaus wird laut UNO etwa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens einmal von Bedrohungen, körperlichen Misshandlungen und/oder sexuellem Missbrauch betroffen sein.

Beratungsstelle in der Wesermarsch: LaWeGa

Die Beratungsstelle LaWeGa (Landkreis Wesermarsch gegen Gewalt an Frauen) besteht seit dem Jahr 2003 in Trägerschaft des Landkreises Wesermarsch und berät und unterstützt Betroffene von häuslicher Gewalt. Vergangenes Jahr wurden circa 300 Fälle durch die Mitarbeiterinnen von LaWeGa betreut. Im Jahr 2020 wurden circa 60 Prozent dieser Fälle durch Polizeiprotokolle vermittelt. Nach einem Polizeieinsatz im Falle häuslicher Gewalt wird durch die Beraterinnen von LaWeGa nach pro-aktivem Einsatz kurzfristig nach Eingang des Polizeiprotokolls Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen. „Die übrigen 40 Prozent sind Selbstmelder*innen, die von sich aus Beratungsbedarf anmelden, da entweder sie selbst oder Bezugspersonen häusliche Gewalt erfahren haben oder hiervon bedroht sind“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und fügt hinzu: „Unterstützung erfahren die Betroffenen durch Gespräche und Informationen zum Gewaltschutzgesetz durch unsere Fachberaterinnen.“

LaWeGa ist zudem mit dem bundesweiten Hilfetelefon (08000 116 016) vernetzt, das rund um die Uhr telefonische Hilfe für Opfer von Gewalt anbietet. Bei Bedarf können Betroffene unter 04401/ 927436 mit der Beratungsstelle LaWeGa Kontakt aufnehmen und sich persönlich oder telefonisch beraten lassen. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.

 

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 Hilfsangebote
 bei häuslicher Gewalt

>> Beratungs- und Interventionsstelle [BISS]