Schutz in der Wesermarsch für Geflüchtete


623 geflüchtete Menschen aus der Ukraine finden derzeit Schutz in der Wesermarsch, wobei die eigentliche Zahl an Flüchtlingen höher sein dürfte. Eine Registrierung ist zwar freiwillig, aber wichtig!

Der Landkreis Wesermarsch benennt in seiner heutigen Pressemitteilung aktuelle Zahlen bzgl. der Aufnahme von geflüchteten Menschen.


„Zunächst einmal möchte ich mich bei allen Wesermärschlern für die große Hilfsbereitschaft bedanken. Bei uns werden die geflüchteten Menschen aus den Kriegsgebieten mit offenen Armen empfangen. Mir ist bewusst, dass es für alle Kommunen, alle Hilfsorganisationen und alle haupt- und ehrenamtlichen Kräfte ein wahrer Kraftakt ist und bisher leider weder eine Entspannung noch ein Ende in Sicht ist“, so Landrat Stephan Siefken.

Zu den aktuellen Zahlen: Der Landkreis Wesermarsch wurde vonseiten des Landes Niedersachsen per Mail vom 12.04.2022 darüber unterrichtet, dass es erforderlich sei, über das Osterwochenende Personen in die Kommunen zu verlegen. Für die Wesermarsch erfolgte die konkrete Ankündigung einer Zuweisung von 25 Personen am Samstag, 16. April, welche dann am Ostermontag, 18. April, vollzogen wurde. Hintergrund ist, dass die Niedersächsische Landesaufnahmebehörde hiermit die Aufnahmefähigkeit des bundesweiten Verteilzentrums in Laatzen sicherstellen wollte und dort entsprechende Kapazitäten freigemacht werden mussten. Aus diesem Grunde handelte es sich um eine Sonderzuweisung an geflüchteten Personen, die mit entsprechend kurzem Vorlauf angekündigt wurde. Am Ostermontag erfolgte die Unterbringung in der Stadt Elsfleth sowie den Gemeinden Berne, Butjadingen und Ovelgönne. Nach Ankunft des Busses aus Laatzen in Brake wurden die Geflüchteten mittels Bürgerbus der Gemeinde Ovelgönne sowie Kräften des DRK und des THW in die Unterkünfte gebracht. Nach der Ankündigung der notwendigen Osteraktion durch das Land hatten sich die Verwaltungen der Städte und Gemeinden mit dem Landkreis darüber verständigt, wo noch freie Kapazitäten an Wohnraum zur Verfügung stehen, um bedarfsgerecht reagieren zu können. Durch die Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte konnte dann die Zuweisung der Familien wie geplant umgesetzt werden. Seit Ausbruch des Krieges und der damit im Zusammenhang stehenden Flüchtlingsunterbringung erfolgt nahezu täglich ein Abgleich der Kommunen und des Landkreises, wo noch Wohnraum geschaffen werden kann, um Personen unterzubringen.

Offiziell in der Wesermarsch aufgenommen wurden insgesamt bisher 623 geflüchtete Personen. Hierbei handelt es sich um all jene Personen, die dem Landkreis Wesermarsch vonseiten des Landes Niedersachsen zugewiesen wurden sowie außerdem um Personen, die privat in die Wesermarsch eingereist und bei Bekannten untergekommen sind und sich freiwillig über die Kommunen beim Landkreis haben registrieren lassen. Nicht erfasst und nicht bekannt ist die Zahl derer, die privat in die Wesermarsch eingereist und untergekommen sind und sich bisher nicht haben freiwillig registrieren lassen.

Dieses ist rechtlich zulässig, da sich ukrainische Staatsangehörige bis zur Dauer von 90 Tagen visumsfrei im Bundesgebiet aufhalten dürfen. Eine offizielle Registrierung der ankommenden Menschen durch die Ausländerbehörde des Landkreises Wesermarsch wird notwendig, wenn Sozialleistungen beantragt werden oder auch für die medizinische Versorgung, für die Vermittlung von Sprachkursen, Kita- und Schulplätzen oder wenn eine eigenständige Unterkunft außerhalb privater Wohnräume von Bekannten, für die von der Stadt oder der Gemeinde die Miete übernommen wird, bezogen werden soll. Der zur Verfügung stehende Wohnraum wird in einigen Kommunen der Wesermarsch darüber hinaus bereits merklich knapp. Gerade vor diesem Hintergrund ist eine Registrierung abermals wichtig, zumal per aktuellem Erlass des Landes Niedersachsen vom 14. April 2022 in Anbetracht der fortlaufenden Kriegshandlungen die Hochsetzung der Gesamtverteilkontingente erfolgt ist: Für das Land Niedersachsen wird dieses Kontingent von bisher 22.500 auf nunmehr 122.500 Personen landesweit angehoben. Die tatsächliche Belastung ergibt sich aufgrund der Weiterverteilung auf der kommunalen Ebene. Hierzu Landrat Stephan Siefken: „Aus den Gesprächen und Abstimmungen mit den Rathäusern weiß ich, dass man dort in den letzten Wochen mit großem Engagement versucht hat, allen zur Verfügung stehenden Wohnraum zu generieren. Was zu Beginn noch gut funktioniert hat, wird aber immer schwieriger. In Anbetracht der nunmehr angekündigten Gesamtzahl an möglichen Flüchtlingen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis alle Kapazitäten ausgeschöpft sind und dann die Einrichtung und der Betrieb von Notunterkünften erfolgen muss.“ Um dieses zu vermeiden, bittet der Landrat noch einmal darum, dass möglichst alle Bürger_innen vorhandenen Wohnraum an die jeweiligen Kommunen melden, der geflüchteten Personen zur Verfügung gestellt werden kann.

Hilfsangebote

bei häuslicher Gewalt

>> Beratungs- und Interventionsstelle [BISS]

IT macht Schule -
Innovationsfransfer Wesermarsch

[mehr lesen ...]