Thema Wolf: Landrat besorgt über aktuelle Vorfälle


Kreisverwaltung will zuständige Landesbehörden und Landwirte an einen Tisch bringen

Mit Ausbreitung der Wolfsrudel in Niedersachsen und der landesweit steigenden Anzahl der bestätigten Risse von Nutztieren durch Wölfe sowie vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse in der Wesermarsch auf dem Hof von Dr. Karsten Padeken (siehe Zeitungsberichterstattung der vergangenen Tage) wächst die Sorge der Landwirte und Bürger_innen im Landkreis Wesermarsch.

Landrat Stephan Siefken dazu: „Ich nehme die Ängste und Bedenken der Bürger_innen und Bürger gegenüber dem Wolf ernst und habe die aktuelle Entwicklung sorgsam im Blick."

Die Erfassung von Wolfsrissen sowie die Festlegung von geeigneten Maßnahmen liegt wiederum nicht bei der Kreisverwaltung des Landkreises Wesermarsch, sondern beim Land Niedersachsen. Der Landrat ist in diesem Zusammenhang aber selbst nicht zufrieden mit dem Ist-Zustand. Siefken: „Der Landkreis selbst erfährt häufig nicht von den zuständigen Landesbehörden sondern erst aus der Presse von Wolfsrissen und Wolfssichtungen in der Wesermarsch.“ Außerdem bemängelt der Landrat, dass es seit 2020 im Landkreis Wesermarsch keinen ehrenamtlichen Wolfsberater mehr gibt. Die geringe Anzahl an Nutztierrissen in 2020 und 2021 im Landkreis Wesermarsch konnte zwar in Nachbarschaftshilfe von Wolfsberatern aus anderen Landkreises dokumentiert werden. „Dies kann und darf jedoch keine langfristige Lösung für die Wesermarsch sein, weshalb die Kreisverwaltung ihre bereits mehrfach beim Niedersächsischen Umweltministerium vorgetragene Bitte um Ernennung neuer Wolfsberater*innen für den Landkreis Wesermarsch erneuern wird“, erklärt der Landrat.

Auch wenn zunächst geprüft werden muss, ob es sich bei den aktuellen Vorfällen tatsächlich um Wolfsrisse und wenn ja, um einen durchziehenden Wolf handelt oder vermehrte Wolfsrisse auf eine Ansiedlung oder gar Rudelbildung hinweisen, wird der Landkreis schon jetzt bei den zuständigen Stellen auf die Dringlichkeit der Situation hinweisen. Der Landrat dazu: „Der Landkreis wird in einer Mittlerfunktion kurzfristig die für den Wolf zuständigen Stellen, also den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, das Niedersächsische Umweltministerium und die Landwirtschaftskammer, zu einem gemeinsamen Gesprächstermin mit Vertretern des Kreislandvolkverbands Wesermarsch einladen. Hier sollen entstandene und ungeklärte Fragestellungen zu dokumentierten Wolfsrissen, eventueller Rudelbildung und einer möglicherweise notwendigen Entnahme geklärt werden.“ Auch können die Landesbehörden bei dieser Gelegenheit die rechtliche Situation und zukünftige Optionen darstellen. Siefken weiter: „Die Situation mit dem Wolf in der Wesermarsch ist hochdynamisch und emotional brisant, sodass ich hier dringenden Handlungsbedarf sehe und mich dafür persönlich gegenüber den zuständigen Landesbehörden einsetzen werde.“ Der Landrat stellt abschließend klar: „Die Wesermarsch ist durch Weidetierhaltung geprägt. Auch ist der Küstenschutz durch Schafe sicherzustellen. Beides ist nicht mit dem Wolf vereinbar.“

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