Gleichstellungsbeauftragte tauschen sich mit Kommunalpolitikerinnen aus

„Zukunft bestimmen – Frauen beschließen mit“: Positives Fazit der Premierenveranstaltung

Unter dem Motto „Zukunft bestimmen – Frauen beschließen mit“ kamen jetzt die Gleichstellungsbeauftragten der neun Kommunen der Wesermarsch sowie der Kreisverwaltung mit Kommunalpolitikerinnen der Gemeinde- und Stadträte sowie des Kreistages in den Räumen der Kreisvolkshochschule in Brake zu einem Austauschtreffen zusammen. Eingeladen hatten die Gleichstellungsbeauftragten der Wesermarsch, um zu erfragen, wie die Politikerinnen das Jahr 2022 in der Kommunalpolitik erlebt hatten. „Es war schön zu sehen, dass sowohl langjährige Politikerinnen, die schon viele Jahre im Amt sind und diverse Erfahrungen gesammelt haben, als auch Politikerinnen, die erst seit einem Jahr im Amt sind, daran teilnahmen. So wurden beide Perspektiven in dem Austauschtreffen gespiegelt“, freute sich Maren Ozanna, Gleichstellungsbeauftragte des LK Wesermarsch, über die gute Resonanz.

Zu Beginn der Veranstaltung zeigte Ozanna auf, inwiefern Frauen bundesweit in Parlamenten unterrepräsentiert sind: „Auf Bundesebene bekleiden in den Gremien 35 Prozent Frauen ein politisches Amt. Auf Landesebene sind dies durchschnittlich nur 32 Prozent und den geringsten Anteil machen Frauen in Kommunalparlamenten mit einem Anteil von 23 Prozent aus. Explizit in der Wesermarsch sind dies 33 Prozent“, nannte Ozanna konkrete Zahlen. Außerdem verdeutlichte die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, warum es so wichtig ist, dass geschlechtergerechte Verhältnisse vorhanden sind: Dazu zitierte sie nicht nur Silke Ruth Lawskowski „Ohne gleichberechtige Parlamente keine gleichberechtigte Gesetzgebung – und keine gleichberechtigte Gesellschaft“ (Silke Ruth Lawskowski 2014), sondern sprach in diesem Kontext auch über Betroffenenperspektiven. „Betroffene müssen die Möglichkeit haben, ihre eigenen Perspektiven auch aufzeigen zu können, weil sie ansonsten nicht mitgedacht werden. Betroffene Menschen sollen mitbestimmen dürfen. Das geht aber nur, indem die diversen Lebensrealitäten auch in Gremien abgebildet werden“, so Ozanna. Dieses beziehe sich unter anderem auf Geschlecht, Alter, Herkunft, sozioökonomischen und soziokulturellen Status sowie Menschen mit Behinderung. Diese einzelnen Nennungen würden deswegen ausdrücklich erwähnt, weil Frauen oftmals auch mehrfach diskriminiert werden und allein schon aufgrund dessen keine Gleichberechtigung in der Gesellschaft bestehe, sagte die Gleichstellungsbeauftragte und fügte als Beispiel hinzu: „Sowohl die immigrierte Frau als auch die Frau mit Behinderung hat gleich zwei Merkmale, weshalb sie in der Gesellschaft nicht gleichberechtigt leben kann.“

Ferner erläuterte Karin Windheim aus Nordenham in ihrem Vortrag die Aufgaben einer Gleichstellungsbeauftragten und verwies dabei auf das Grundgesetz Artikel 3/ Absatz 2: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Damit verdeutlichte sie noch einmal den gesetzlichen Auftrag einer Gleichstellungsbeauftragten.

Anschließend berichtete Ilona Fritz aus Stadland über ihre Doppelfunktion als Gleichstellungsbeauftragte und Ratsfrau und erwähnte nicht nur die Synergieeffekte der Doppelfunktion, sondern machte auch deutlich, dass sie die Aufgaben entsprechend voneinander trennen kann.

Darauffolgend kristallisierte sich in Kleingruppenarbeit heraus, dass die Mehrheit der anwesenden Politikerinnen der Meinung ist, dass Politikerinnen sich intensiver als Politiker auf Gremiensitzungen vorbereiten müssen. „Die anwesenden Politikerinnen haben oftmals das Gefühl, dass sie sich zu 150 Prozent in Themenfelder einarbeiten und über ein Vokabular an Fachbegriffen verfügen müssen, um von den Politikern ernst genommen zu werden. An dieser Stelle werden ungleiche Machtverhältnisse sichtbar“, resümierte Maren Ozanna die Ergebnisse des Treffens. Die Gleichstellungsbeauftragten in der Wesermarsch werden die Erkenntnisse des Abends ihrerseits weiter behandeln und den kommunalen Politikerinnen sei „noch einmal mehr bewusst geworden, dass sie nicht alleine mit ihren Herausforderungen da stehen und es anderen genauso geht“, zog Ozanna ein positives Fazit des Treffens, auf dem es aufzubauen gelte.

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