"BioBitte." - Initiative für mehr Bio in kommunalen Küchen


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Im Rahmen des EU-Interreg Projekts „REFRAME - Towards a Regional Food Frame“ organisierte der Landkreis Wesermarsch, in Kooperation mit der bundesweiten Initiative BioBitte, am 24. November 2020 ein Online-Dialogforum zum Thema „Bio, regional und saisonal in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung“ mit dem Fokus auf Stadt-Land-Beziehungen.

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Durch das Online-Forum führte das für die Umsetzung der Informationskampagne vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) beauftragte Unternehmen a’verdis mit Rainer Roehl und Eva Schlüter.

Gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Verwaltung und Praxis will die Initiative es schaffen, den Bio-Anteil in kommunalen Küchen zu steigern. Die daraus resultierende steigende Nachfrage nach ökologischen Produkten unterstützt zudem das Ziel der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL), den Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche auf mindestens 20 Prozent bis 2030 zu erhöhen.

Das Ziel des Online-Dialogforums war, den Teilnehmenden aufzuzeigen, wie der Bio-Anteil in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung erhöht werden kann. Durch den Fokus auf die Stadt-Land-Beziehungen wurden neben dem Landkreis Wesermarsch, die Städte Oldenburg und Bremen sowie angrenzende Regionen angesprochen. Die Themen waren u.a. wie sich die aktuelle Situation der bio-regionalen Landwirtschaft in Niedersachsen und im speziellen in der Region Nordwest gestaltet, welche bisher ungenutzten Möglichkeiten bestehen und wo zukünftig Potenziale für die Außer-Haus-Verpflegung existieren.

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Die Veranstaltung wurde mit einem Grußwort vom Landrat Thomas Brückmann eröffnet bevor das Programm mit drei Expertenvorträgen startete.

Zu Beginn erhielten die Teilnehmenden von Carolin Grieshop (Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen) einen Einblick zur aktuellen Situation und Zukunftsperspektiven des Ökolandbaus in der Region.

   


Im Anschluss erläuterte Prof. Dr. Christopher Zeiss (Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen) den Rechtsrahmen für eine nachhaltige Beschaffung in Kommunen, zur sicheren Formulierung von Ausschreibungen. Den Abschluss des ersten Programmteils bildete Sven Conrad (Landeshauptstadt München), welcher über seine Erfahrungen zu den Qualitätsanforderungen in den Münchener Ausschreibungen sowie den Werdegang der stadteigenen Kantinen zu mehr Nachhaltigkeit berichtete.

Die Referenten beantworteten im Anschluss die Fragen der Teilnehmenden, sodass auch im Onlineformat ein reger Austausch erfolgte. Nach der Mittagspause trafen sich die Teilnehmenden im virtuellen Konferenzraum zur Diskussion mit vier Experten aus der Praxis. Stefanie Limbach (Betriebskantine HDI-Versicherungen, Köln), Jens Witt (Bio-Caterer für Kitas, Hamburg), Peter Schäfer (Kornkraft Naturkost Bio-Großhandel, Großenkneten) und Knut Schaeper (Naturkost Kontor Bremen Bio-Großhandel), stellten ihre Arbeit und Einrichtungen vor, ehe sie die zahlreichen Fragen der Teilnehmenden beantworteten. Dabei wurde deutlich, welches Potenzial die Außer-Haus-Verpflegung durch die Nutzung nachhaltiger regionaler Erzeugnisse auf die Förderung des Ökolandbaus hat und damit zum Klimaschutz beiträgt. Für die Küchen der Außer-Haus-Verpflegung zeigte sich der Mix aus direkten Kooperationen zu Produzenten und der Belieferung durch (Bio-)Großhändler als geeignet, um einen größeren Bio-Anteil in die Menüs zu integrieren. Wichtige Aspekte stellen dabei die Transparenz sowie eine vertrauensvolle Beziehung zu den Lieferanten dar, welche das gegenseitige Verständnis der unterschiedlichen Bedürfnisse beider Partner erhöhen. Kommunikation ist der zentrale Bestandteil einer erfolgreichen, langjährigen Zusammenarbeit.

Weiterhin wurde deutlich, dass die Aufklärung der Kunden in den Kantinen eine wichtige Rolle spielt, um die Zahlungsbereitschaft und das Interesse an dem Thema „Bio in der AHV“ zu wecken. Durch verschiedene Formen von Aktionen, Kampagnen und Veranstaltungen erfahren die Mitarbeitenden, Kinder und Jugendliche, welche positiven Auswirkungen bio-regionale Lebensmittel auf die Gesundheit, die Region und die Umwelt haben.

Ebenfalls zeigte sich, dass die Biogroßhändler über ein zunehmendes, auf die Bedürfnisse der Außer-Haus-Verpflegung ausgerichtetes Sortiment verfügen. Zur Erhöhung der Transparenz und der Förderung regionaler Strukturen legen sie einen Schwerpunkt auf die Kooperation mit regionalen Bioerzeugern. Auch kleinere landwirtschaftliche Betriebe erhalten dadurch die Möglichkeit, ihre Produkte über den Großhandel zu vermarkten, der kleinere Produktionsmengen bündelt.

Die Expertenvorträge und deutschlandweiten Praxisbeispiele gaben spannende Impulse und vermittelten hilfreiche Informationen, die nun für die Region Nordwest genutzt werden können. Die Teilnehmenden verließen das Online-Forum am Nachmittag mit vielen neuen Eindrücken und Kontakten, die es zu nutzen gilt.

 

 


BioBitte – Die Initiative für mehr Bio in öffentlichen Küchen – wird im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführt. Mit passenden Angeboten unterstützt BioBitte Akteure aus Politik, Verwaltung und Praxis dabei, den Anteil ökologisch erzeugter Produkte in der öffentlichen Verpflegung zu erhöhen. Weitere Informationen zu Veranstaltungen, Materialien und Themenservice finden Sie unter www.bio-bitte.info.


 

 

Landkreis Wesermarsch
FD 91 - Büro des Landrats
REFRAME - Towards a Regional Food Frame
Poggenburger Straße 15
26919 Brake

Ansprechpartnerin:
Tessa Bornemann

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Telefon:   04401  927-626
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E-Mail:    tessa.bornemann@lkbra.de


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